

Menschenrechte & LGBTIQ+
LGBTIQ+-Menschen sind nach Artikel 3 des Grundgesetzes vor Diskriminierung geschützt und doch erleben viele noch immer Ausgrenzung im Alltag.
Im Nationalsozialismus wurden queere Menschen verfolgt, inhaftiert und ermordet; ein Kapitel, das mahnt, wie gefährlich Hass und Intoleranz sind.
Hier erfährst du, was LGBTIQ+ / "Queer" bedeutet, welche Rechte bestehen und warum Gleichberechtigung noch immer keine Selbstverständlichkeit ist.
Populistische Narrative zerlegen
"Queer ist nur ein komischer Trend - einige identifizieren sich ja nicht mal damit"
👉 „Queer“ ist kein Trend, sondern ein Sammelbegriff für Menschen, deren sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht – also zum Beispiel schwule, lesbische, bisexuelle, trans*, inter* oder nichtbinäre Personen.
➡️ "Queer" soll Minderheiten und ihre reale Existenz sowie Rechte mit einem einzelnen Wort sichtbarer machen.
Ursprünglich war „queer“ ein Schimpfwort, das von vielen Betroffenen positiv zurückerobert wurde – als Zeichen von Stolz und Selbstbestimmung.
💡 Allerdings möchten sich nicht alle LGBTIQ+-Personen als queer bezeichnen. Manche empfinden den Begriff als zu allgemein, politisch oder mit der Geschichte des Schimpfworts belastet.
↪️ Darum gilt: Jede Person darf selbst entscheiden, welche Bezeichnung sie für sich passend findet – und das sollte respektiert werden.
"Welche Rechte haben die nicht, die ich habe??"
👉 Einige Beispiele:
-
👨👨👧 Familien- und Adoptionsrecht
-
In Deutschland dürfen gleichgeschlechtliche Paare erst seit 2017 heiraten.
-
Wenn eine Frau in einem lesbischen Paar ein Kind bekommt, ist ihre Ehepartnerin nicht automatisch zweite Mutter – sie muss oft eine Stiefkind-Adoption beantragen.
-
Zwei männliche Partner können nicht beide rechtliche Väter eines Kindes sein.
-
-
⚖️ Diskriminierung im Alltag:
-
Queere Menschen werden nachweislich häufiger benachteiligt – z. B. bei Wohnungssuche, Arbeitsplatz oder im Gesundheitswesen.
-
Trans*Menschen müssen oft aufwendige rechtliche Schritte durchlaufen, um ihren Namen und ihr Geschlecht offiziell ändern zu lassen.
-
-
🏥 Rechte im Gesundheitswesen:
-
Queere Menschen haben besondere medizinische Bedürfnisse, z. B. geschlechtsangleichende Behandlungen oder PrEP für HIV-Prävention.
-
Zugang und Kostenübernahme sind oft komplizierter als für cis-heterosexuelle Menschen.
-
-
🏫 Rechte im sozialen Alltag:
-
Schule und Ausbildung: Queere Schüler*innen erleben häufiger Mobbing und haben oft weniger Schutz, wenn Lehrpläne heteronormativ bleiben.
-
Sichtbarkeit: Viele öffentliche Angebote, Formulare oder Programme sind noch nicht auf diverse Familien oder Geschlechter angepasst.
-
↪️ Fazit: LGBTIQ+-Menschen haben formal die gleichen Grundrechte – aber in vielen Lebensbereichen müssen sie zusätzliche Hürden überwinden, die cis-heterosexuelle Menschen nicht haben.
✅ Das Ziel von Gleichberechtigung ist nicht, Rechte wegzunehmen, sondern faire Bedingungen für alle zu schaffen
"Die sind doch nicht normal"
🧠 1. Vielfalt ist Teil der Natur
In der Natur gibt es überall Unterschiede: bei Haarfarben, Körpergrößen, Charakteren – und auch bei Sexualität und Geschlecht.
-
Homosexualität, Intersexualität oder geschlechtliche Vielfalt gibt es bei vielen Tierarten, also ist das kein „unnatürliches“ Phänomen (-> Bsp. homosexuelle Pinguine, Elefanten, Bonobos, uvm. sowie Intersexualität bei Clownfischen, Schnecken, bestimmten Eidechsenarten).
-
👉 Vielfalt ist normal, weil sie zur Natur des Lebens gehört.
🧍♀️🧍♂️🧍 2. Menschen sind unterschiedlich
Nicht jeder Mensch ist gleich – und das ist gut so.
-
Manche lieben Menschen des anderen Geschlechts, manche des gleichen, manche beide, manche niemanden.
-
Manche fühlen sich mit dem Geschlecht wohl, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, andere nicht. Es gibt biologisches Geschlecht und Geschlechtsidentität.
-
👉 Diese Unterschiede sind Teil der menschlichen Identität, kein Fehler oder Trend.
❤️ 3. Niemand wird geschädigt
Etwas ist problematisch oder „unnormal“, wenn es anderen schadet.
-
Wenn zwei Erwachsene sich lieben oder jemand so leben möchte, wie er*sie sich wohlfühlt, wird niemand verletzt.
-
👉 Also gibt es keinen vernünftigen Grund, das als „unnormal“ zu bezeichnen.
🏛️ 4. „Normal“ heißt: gesellschaftlich akzeptiert
Was als „normal“ gilt, ändert sich mit der Zeit.
-
Früher galt z. B. linkshändig sein oder geschiedene Eltern zu haben als „unnormal“.
-
Heute weiß man: Das war bloß Vorurteil, kein Naturgesetz.
-
👉 Auch bei LGBTIQ+ zeigt sich: Es war immer da, nur die Akzeptanz wächst oder sinkt.
🌍 5. Wissenschaft und Medizin sagen klar:
Alle großen wissenschaftlichen Organisationen (z. B. WHO, APA, DGPs) sagen eindeutig:
-
LGBTIQ+ ist kein Krankheitsbild,
-
keine „Phase“ oder „Abweichung“,
-
sondern ein normaler Teil menschlicher Vielfalt.
↪️ Kurz gesagt:
LGBTIQ+ ist normal, weil es natürlich vorkommt, niemandem schadet, menschliche Vielfalt widerspiegelt und wissenschaftlich anerkannt ist.
Wieso LGBTIQ+ populistisch oft ausgeschlachtet wird
👉 Populismus funktioniert, simpel gesagt, durch Emotion, Vereinfachung und Abgrenzung („Wir gegen die“).
Queere Themen eignen sich dafür besonders gut, weil sie:
-
Identität, Moral und Kultur berühren,
-
starke Gefühle (Stolz, Angst, Empörung) auslösen,
-
und oft komplex sind, also leicht verzerrt dargestellt werden können.
↪️ So werden queere Themen oft als Feindbild, genutzt um:
-
Ängste und Unsicherheiten in der Bevölkerung anzusprechen
-
sich als Verteidiger „traditioneller Werte“ zu inszenieren,
-
und damit gesellschaftliche Spaltung zu verstärken oder politische Zustimmung zu mobilisieren.
💡Beispiel: Gendern ist freiwillig und eine demokratische Debatte über inklusive Sprache. Es gibt kein einziges Gendergesetz, aber Populisten verabschieden ironischerweise Genderverbote.
-> Folge: Queere Realität wird oft nicht ernsthaft diskutiert, sondern vereinfacht oder verzerrt dargestellt, was echten Fortschritt erschwert und zu Polarisierung führt.
Argumente zum Kopieren
In deine Zwischenablage - Für Diskussionen im Netz!
(Swipe)

Vielfalt = normal + Teil unserer Verfassung
Homosexualität, Intersexualität oder geschlechtliche Vielfalt gibt es bei vielen Tierarten, also ist das kein "unnatürliches" Phänomen (z.B. homosexuelle Pinguine, Bonobos sowie Intersexualität bei Clownfischen, bestimmten Eidechsenarten).
Alle großen wissenschaftlichen Organisationen (z.B. WHO, APA, DGPs) sagen eindeutig: LGBTIQ+ ist kein Krankheitsbild, keine "Phase" oder "Abweichung", sondern ein normaler Teil menschlicher Vielfalt.
Geschützt in Art. 3 und 1 GG! Liebe und Identitäten tun niemandem weh.